Fehlfarben 26: Radio-Aktivität/ Sheela Gowda: „It … matters“

Nach einer Zwangspause von fast einem halben Jahr meldet sich unser kleiner, feiner, weinseliger Podcast zurück. Das tat sehr gut, mal wieder über Kunst sprechen zu können und nebenbei eine Runde neuseeländische Weißweine zu verkosten. Dabei haben wir leider das Mikro kurz aus den Augen verloren, weswegen unsere Tonqualität einen Hauch schlechter ist als sonst, Entschuldigung!

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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.01:50. Wein 1.

00.03:40. Unsere erste Ausstellung: Radio-Aktivität im Lenbachhaus. Es geht um, laut Untertitel, „Kollektive mit Sendungsbewusstsein“. Wir sprechen über die wenigen Gemälde, die zu sehen sind, beschäftigen uns länger mit den Theorien, die durch Publikationen, Filmausschnitte und Kunstwerke angerissen werden, fragen uns, ob Bertolt Brecht Twitter doof gefunden hätte und ob Podcasts nicht genau seiner Radiotheorie entsprechen. Denn eine Frage, die die Ausstellung gleich im Einleitungstext stellt, lautet: Wer spricht und zu wem wird gesprochen?

Ihr könnt uns netterweise beim Denken folgen, denn das Lenbachhaus hat diverse Materialien online gestellt, jetzt, wo vielleicht noch nicht wieder alle in ein Museum möchten. Hier alle Ausstellungstexte, und im Folgenden die Gemälde, die im ersten Raum zu sehen sind: Kurt Günther: Der Radionist, 1927; Kurt Weinhold: Mann mit Radio (Homo Sapiens), 1929; Wilhelm Heise: Verblühender Frühling – Selbstbildnis als Radiobastler, 1926 (einer meiner Lieblinge im Lenbachhaus); Max Radler: Der Radiohörer, 1930.

00.29:00. Fazit: mehr zu lesen als zu gucken, aber ein gutes Sprungbrett für weitere Gedanken. Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. September. Im Nachgang fragten F. und ich uns, ob die Schau auch deshalb mit relativ wenigen Exponaten auskommt, weil durch die Coronakrise Transporte erschwert wurden.

00.30:00. Wein 2.

00.32:20. Unsere zweite Ausstellung läuft im Kunstbau des Lenbachhauses: Sheela Gowda zeigte in raumfüllenden Installationen It … matters. Die indische Künstlerin arbeitet mit Materialien aus ihrer Umgebung und erzählt damit Geschichten; ihre Themen sind unter anderem, Zitat Begleitheft, „Arbeitsbedingungen, Produktionskreisläufe, urbane Infrastruktur“ sowie „traditionelles und modernes Leben“.

Hier stellte das Lenbachhaus netterweise gleich das komplette Begleitheft mit Bildern (!) und Texten online, das man auch in der Ausstellung bekommt; die Werke selbst sind nur mit Titel, Entstehungsjahr und Material ausgeschildert, sehr entspannend. Was ebenfalls entspannend war und von Florian und mir angesprochen wurde: Wie toll der Raum genutzt wurde. Man wollte fast mit ausgebreiteten Armen die Rampe zum Raum hinunterschreiten, so faszinierend war bereits der erste Eindruck. Wir erwähnen den Film, der im Kunstbau gezeigt wird; den findet ihr hier, während auf der eben verlinkten Ausstellungsseite noch weitere Clips und Werkabbildungen zu sehen sind.

01.03:00 Wein 3.

01.18:30. Fazit: Alle Daumen hoch für Frau Gowda. Ihr könnt euch die Wunderwerke noch bis zum 18. Oktober anschauen.

01.19:30. Wir lösen die Weine auf, 2 und 3 nahmen sich kaum was, aber wir krönten die 3 zum Sieger.

1. Konrad Wines: Hole in the Water 2019, Sauvignon blanc, 12,5%, bei wine-in-black für 11,65 Euro.

2. Cloudy Bay, Te Koko 2012, Sauvignon blanc, 13,5%. Der Wein war ein Geschenk von Felix von vor fünf Jahren, weswegen ich mir das Weinthema „irgendwas Weißes aus NZ“ ausgesucht hatte; ich möchte gerade nichts kaufen, was nicht sein muss. Wir hatten dann netterweise drei Sauvignons am Tisch. Keine Ahnung, was der Wein damals gekostet hat, heute ist er für um die 50 Euro die Flasche zu haben. (Sagt Google.)

3. Noch ein Cloudy Bay, Sauvignon blanc 2019, 13%. Ich glaube, Flo erwähnt die 24,80 Euro für die Flasche, aber keine Bezugsquelle, wir sind wirklich etwas aus der Übung. Bitte selbst im Weinladen eures Vertrauens nachfragen.

Fehlfarben 25: Die Fäden der Moderne/Innenleben

Felix und Florian meinten nach der Aufnahme, dass sie sich alle Kalauer verkniffen hätten. Dann haue ich die jetzt raus: „Willkommen zum Inneneinrichtungspodast Fehlfarben. Bitte verlieren Sie nicht den Faden!“


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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.00:45. Blindverkostung Wein 1. Heute haben wir drei hundertprozentige Monastrells im Glas, die uns alle schon vom Duft betrunken machen.

00.03:30. Die erste Ausstellung: Die Fäden der Moderne in der Hypo-Kunsthalle. In der Ausstellung gibt es Wandteppiche aus der Pariser Manufacture des Gobelins und ein paar ausgesuchte Möbel mit gewebten Polstern zu sehen, was sich erstmal total langweilig anhört. Überraschung: ist es aber nicht, ganz im Gegenteil.

00.38:20. Wir nippen an Wein 2.

00.52:45. Fazit der ersten Ausstellung: Alle begeistert, bitte reingehen, läuft noch bis zum 8. März. Montag ist in der Kunsthalle übrigens der Tag, wo der Eintritt etwas günstiger ist.

00.55:25. Und gleich noch Wein 3 hinterher, nach dem wir spontan und verfrüht Wein 1 zum klaren Sieger am Tisch erklärten. Wein 2 und 3 waren nett, Wein 1 war großartig. Und wie Flo und ich schon vermutet hatten, logischerweise auch der teuerste.

00.58:35. Die zweite Ausstellung: Innenleben im Haus der Kunst. Die Schau versammelt Arbeiten von vier Künstlerinnen – genauer gesagt: Njideka Akunyili Crosby, Leonor Antunes, Henrike Naumann und Adriana Varejão – unter einem etwas beliebig hingedengelten Thema, aber das war uns schlussendlich egal, denn uns gefiel alles, was wir sahen.

Ich zitiere im Podcast die sehr lesenswerte Speer-Biografie von Magnus Brechtken (S. 543, falls ihr mitlesen wollt), als wir über Henrike Naumann sprechen. Zu ihrem Werk gaben wir alle zu, dass man ohne den Wandtext doch vermutlich eher aufgeschmissen ist, falls man mit ihrer Arbeit nicht vertraut ist. Vielleicht lohnt sich hier auch der Audioguide – den haben wir alle nicht benutzt, aber falls ihr reingeht, könnte der hilfreich sein.

01.41:00. Fazit der zweiten Ausstellung: auch hier alle Daumen hoch, läuft noch bis zum 29. März. Wenn man sich die großen Säle spart und nur in diese Ausstellung geht, kostet sie nur 8 Euro (6 Euro ermäßigt).

Wir lösen die Weine auf:

Wein 1 von Felix: Weingut Enrique Mendoza, Estrecho, Monastrell 2016, 14%, für 24,90 Euro bei vinos.de.

Wein 2 von Anke: Weingut De Moya, Gloria, Monastrell 2016, 14%, für 9,50 Euro bei belvini.de.

Wein 3 von Florian: Weingut Enrique Mendoza, La Tremenda, Monastrell 2017, 14%, für 9,95 Euro bei vinos.de.

Fehlfarben 24: Senga Nengudi – Topologien // Retrospektive O. Winston Link

Überraschend spannende Ausstellungen und drei Weine, mit denen wir auch nicht so gerechnet hatten: Wir hatten einen guten Abend.


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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.00:50. Blindverkostung Wein 1. Wir trinken heute Silvaner, die sich, ich nehme alle Pointen vorweg, als durch die Bank großartig herausstellen.

00.03:13. Unsere erste Ausstellung: Senga Nengudi, Topologien in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Ich klaue ein Zitat von der dortigen Website: „Eine legendäre Avantgarde-Künstlerin, deren bedeutende Installationen in einen Koffer passen – so beschrieb die Künstlerkollegin Lorraine O’Grady einst Senga Nengudi und ihr Werk. Seit fünf Jahrzehnten entwickelt Nengudi, die 1943 in Chicago geboren wurde, ein einzigartiges Œuvre, das sich zwischen Bildhauerei, Performance und Tanz bewegt.“ Tollerweise hatten wir alles davon vor der Nase: eine aufgezeichnete Performance, ein paar per Fotos, skulpturale Werke sowie Installationen. Dazu spannende Materialien und verschiedene Wege, sich den städtischen Raum wiederzuerobern.

Von uns gab’s drei Daumen nach oben und eine Anschauempfehlung. Läuft nur noch bis zum 19. Januar 2020, also schnell rein. Ist auch, und das ist jetzt nicht abfällig gemeint, nicht so sehr groß, weil die übersichtliche Anzahl von Stücken reicht, um ihr Werk abzubilden oder wenigstens anzureißen, und daher braucht man auch keine fünf Stunden, um durchzugehen.

00.36:55. Blindverkostung Wein 2.

00.43:55. Unsere zweite Ausstellung: eine Retrospektive des Fotografen O. Winston Links im Kunstfoyer der Versicherungskammer. Die Ausstellung hat uns alle zu kindlichen Eisenbahnfans werden lassen, obwohl wir total analytisch an dokumentarische Fotos rangehen wollten. Hat überhaupt nicht geklappt, so „irrwitzig“ (O-Ton Felix) waren die Bilder (und Töne!). Daher natürlich auch eine Anschauempfehlung; läuft noch bis zum 26. Januar 2020 und kostet wie immer im Kunstfoyer keinen Cent.

01.04:00. Blindverkostung Wein 3.

01.24:15. Wir lösen die Weine auf, aber wir konnten uns nicht für einen Sieger entscheiden, weil alle drei sehr sympathische und äußerst eigene Charaktere waren. Den Orange Wine haben wir dann doch auf Platz 1 gesetzt, weil er am spannendsten war, aber wir würden von allen eine Kiste trinken wollen. Oder zwei.

Wein 1 von Flo: Weingut Wechsler, Pet Nat Fehlfarbe, Rheinhessen 2018, Schaumwein, 11,5%, bei 8 Green Bottles für 16,50€.

Wein 2 von Anke: Kerstin Laufer, Silvaner trocken, Franken 2018, 12%, bei WirWinzer.de für 7,90€.

Wein 3 von Felix: Geiger & Söhne, Silvaner mundart Kabinett trocken, Franken 2018, 13%, beim Winzer für 7€.

 

Fehlfarben 23: ZERO GRAVITY // Nachts. Zwischen Traum und Wirklichkeit

Dieses Mal ist mir mittendrin eingefallen, ein Foto zu machen, weil wir es vorher wieder vergessen hatten. Falls ihr also irgendwann ein Stühlerücken hört – das war ich.


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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.00:42. Blindverkostung Wein 1. Wir trinken aus mir inzwischen nicht mehr nachvollziehbaren Gründen deutschen Chardonnay.

00.03:22. Unsere erste Ausstellung: ZERO GRAVITY – Apollo 11 and the new notion of space in der Eres-Stiftung. Wir stellen mitten im Reden fest, dass wir viel zu viel quengeln, denn eigentlich mochten wir die Ausstellung. Von Felix gibt’s Interessantes zu Wernher von Braun, Flo entpuppt sich als totaler Mondfahrtfan und weist auf ein Interview mit Charles Moss Duke hin, und ich will schwebende Kissen von Warhol fürs Arbeitszimmer haben.

Drei Daumen hoch, und ihr könnt noch bis zum 1. Februar für lau in der Ausstellung vorbeischauen.

00.29:20. Blindverkostung Wein 2.

00.49:40. Blindverkostung Wein 3.

00.51:20: Die zweite Ausstellung: Nachts. Zwischen Traum und Wirklichkeit in der Sammlung Goetz im Haus der Kunst. Viele Videos, von denen wir einige erzählen und toll fanden, aber eigentlich hat nur jeder darauf gewartet, endlich über unseren totalen Liebling Hans op de Beeck sprechen zu können, in den wir uns schon 2014 verknallt hatten.

Ihr könnt euch The Thread aus der Ausstellung auf seiner Website anschauen, aber hey, geht doch einfach im Haus der Kunst vorbei und guckt es in groß in einem dunklen Raum. Dann habt ihr auch seinen Copyright-Rahmen nicht dauernd im Bild.

Auch für diese Ausstellung alle Daumen hoch. Läuft noch bis zum 6. Januar 2020 im ehemaligen Luftschutzbunker auf der Rückseite des Gebäudes und kostet nur fünf Euro.

01.31:30. Auflösung der Weine. Wir verzichten dieses Mal auf ein Ranking, denn irgendwie wollen wir alle nicht nochmal trinken. Sorry, Chardy!

Wein 1 von Felix: „Pastorenstück“ vom Weingut Metzger, Pfalz, 2018, 12,5%, bei wirwinzer.de für 7,95 Euro.

Wein 2 von mir: „Vom Korallenriff“ vom Weingut Hofmann, Rheinhessen, 2018, 13%, bei vinexus.de für 9,95 Euro.

Wein 3 von Flo: „Vom Kalkmergel“ vom Weingut Fogt, Rheinhessen, 2018, 13,5%, bei weinfreunde.de für 9,80 Euro.
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Unser Podcast in der SZ

Vor einigen Wochen wurden wir interviewt und (natürlich) am Museum Brandhorst fotografiert, der allseits anerkannten Tapete, wenn es um Kunst gehen soll – heute steht das Ergebnis in der Süddeutschen. Unter „Kulturverkostung“ kann man ein bisschen über uns und unsere Arbeit lesen. Wie die Autorin allerdings auf eine angebliche WG-Küche gekommen ist, in der wir uns unterhalten, wissen wir auch nicht.

Trotzdem danke für das nette Gespräch, wir freuen uns, in einer Reihe mit weiteren spannenden Münchner Kulturpodcasts zu stehen, die man leider nicht gesammelt verlinken kann. Hallo, SZ?

Fehlfarben 22: BODY CHECK/Aenne Biermann/Franz Radziwill

Drei Ausstellungen, drei Weine. Als ob wir es geplant hätten!


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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.01:40. Blindverkostung Wein 1. Heute haben wir Kerner im Glas.

00.03:30. Unsere erste Ausstellung war BODY CHECK: Martin Kippenberger – Maria Lassnig im Kunstbau des Lenbachhauses. Die Ausstellung ballert Werke von Lassnig (yay) und Kippenberger (nicht ganz so yay) zusammen, und wir haben auch nach einer Diskussion von 45 Minuten nicht verstanden, wieso eigentlich. Aber ihr solltet natürlich trotzdem reingehen. Die Ausstellung läuft nur noch bis zum 15. September.

00.33:10. Blindverkostung Wein 2.

00.47:50. Blindverkostung Wein 3.

00.53:20. Die zweite Ausstellung: Von der Fotografin Aenne Biermann hatten wir vorher noch nie gehört, was wir sehr bedauerten, denn die Schau Vertrautheit mit den Dingen hat uns allen sehr gut gefallen. Wir erwähnen in der Diskussion eine Dame mit Monokel und in diesem Zusammenhang das Porträt von Sylvia von Harden, das Otto Dix 1926 malte. Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. Oktober.

Schwabentipp: Am Sonntag kostet der Eintritt in die Pinakothek der Moderne nur einen lausigen Euro. Und ihr könnt gleich die nächste Wand mitnehmen:

01.20:00. Denn von Franz Radziwill hängen nur vier Werke plus ein Schmidt-Rottluff. In Zwei Seiten eines Künstlers zeigt die Pinakothek ein Gemälde, das von beiden Seiten der Leinwand bemalt ist. Ich erwähne meinen Blogeintrag zum Saal 13, in dem die Pinakothek als erstes Kunstmuseum in Deutschland bewusst NS-konforme Kunst zeigte. Der Saal ist heute leicht anders gehängt und meiner Meinung nach etwas schwächer. Ich erwähne auch ein Bild von Wilhelm Lachnit, der sein Werk Mädchen mit Schmuck im Nationalen Porträtwettbewerb 1936 einreichte. Natürlich auch hier: Anschauempfehlung, läuft noch bis zum 31. Dezember.

01.38:45. Wir lösen die Weine auf; Wein 2 landete zweimal auf dem ersten Platz, die anderen beiden lagen nicht weit dahinter. Kann man alles prima wegtrinken.

Wein 1 von Flo: Weingut Manni Nössing, Südtirol Eisackertaler Kerner 2017, 13,5%, bei der Weinhandlung Bergwein in München gekauft für 16,70 Euro.

Wein 2 von mir: Weingut Kerstin Laufer, Unterhaider Röthla Kerner trocken, 2017, 12%, bei wirwinzer.de bestellt für 12 Euro.

Wein 3 von Felix: Weingut Geiger & Söhne, mundart Kerner Kabinett trocken, Thüngersheim Scharlachberg 2018, 13,5%, bei wirwinzer.de bestellt für 6,70 Euro.

Fehlfarben 21: El Anatsui/Saul Leiter

Mal wieder vergessen, unser traditionelles Foto vom Tisch mit unseren Notizen und den Weingläsern zu machen. Wir lernen das noch!

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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.00:50. Der erste Wein. Wir trinken heute Gewürztraminer.

00.02:22. Wir beginnen mit der ersten Ausstellung: El AnatsuiTriumphant Scale im Haus der Kunst. Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Juli und wir verbringen die nächsten 45 Minuten damit, euch zu erklären, warum ihr da unbedingt reingehen müsst. Ich glaube, der beste Grund, und wenn ich mich richtig erinnere, sagen wir das in irgendeiner Form auch alle mal während des Podcasts, ist: Sowas habe ich noch nie gesehen.

Ein Großteil der Werke von Anatsui besteht aus Flaschenverschlüssen bzw. den Banderolen aus Aluminium um den Flaschenhals. Dieses Ausgangsmaterial bearbeitet er: Er nutzt nur die kleine runde Fläche ganz oben am Korken, er walzt die Banderole platt zu glatten, schimmernden Rechtecken, die er wie Stoffstücke aneinanderfügt, er zerschneidet die Banderolen zu dünnen Ringen und verknüpft diese mit Kupferdraht zu Vorhängen, die uns an Kettenhemden und Zauberwälder erinnerten, vor allem, weil sie zehn Meter hoch von der Decke des Hauses der Kunst um uns herum hingen. Dieses so armselig scheinende Material verwandelt Ausstellungsräume in Landkarten, Zeittafeln, Festgewänder und Blumenmeere und hat uns über alle Maßen fasziniert.

00.10.00. Die Dame, deren Name mir nicht einfällt, ist natürlich Chimamanda Ngozi Adichie. Ich erwähne, immerhin das Wort fiel mir noch ein, wax prints.

00.11:50. Felix spricht das Werk Logolili Logarithm (2019) an, das speziell für die Räume im Haus der Kunst gefertigt wurde. Das kann man im Flyer zur Ausstellung in der Gallery 2 sehen.

00.25:50. Der zweite Wein.

00.38:00. Der dritte Wein.

00.42:10. Wir sprechen auch noch über Anatsuis Holzarbeiten sowie seine völlig irre Keramik (mit Star-Wars-Referenz!). Ich zitiere einen Teil des Wandtextes, der von der „Ästhetik der Fragmentierung“ spricht und meiner Meinung nach die ganze Ausstellung sehr schön zusammenfasst. Aber gerade die Keramik. Felix erwähnt Anatsuis „innere Logik“, was ich auch für eine gute Beschreibung halte.

00.49:40. Eine letzte Verbeugung vor Okwui Enwezor, dessen letzte mitkuratierte Ausstellung das war (und der mit dem weiteren Kurator Chika Okeke-Agulu auch den Katalog noch mit herausgegeben hat); Felix nannte uns intern schon einen Enwezor-Fan-Podcast. Das mündet dann gleich in unser Fazit, das natürlich lautet: reingehen.

00.54:40. Die zweite Ausstellung: eine Retrospektive von Saul Leiter, der heute, nach seiner Wiederentdeckung 1997, als Pionier der Farbfotografie gilt. Die Ausstellung läuft im Kunstfoyer der Versicherungskammer in der Maximilianstraße noch bis zum 15. September, ist täglich geöffnet und koschdet nichts.

Leiter war in den 1950er Jahren schon an zwei kleinen Ausstellungen im MoMA beteiligt, allerdings mit Werken in Schwarzweiß. Farbe galt damals noch als Gestaltungsmittel für Werbung und ähnlichen low-brow-Kram, aber nicht für die hehre Kunst. Was man heute kaum noch fassen kann, gerade wenn man sich seine Bilder anschaut. Die Kunstwelt fand Farbe erst ab William Eggleston 1976 toll. Danke, Kunstwelt, du Quatschnase. Du bist schuld daran, dass der gute Herr Leiter sich sein Geld mit Werbung bzw. Modefotografie für unter anderem Harper’s Bazaar verdienen musste.

Wir sprechen wie immer über einzelne Werke, hängen aber für mich überraschend sehr an einem 15-minütigen Filmausschnitt fest, in dem der Mann druckreife Aphorismen von sich gibt.

00.58:00. Ich spreche darüber, dass ich Leiters Straßenfotografie so mag, weil sie eher die Stadt als die Menschen zeigt: die Muster, die Atmosphäre, die Bewegungen einer Stadt, und beschreibe zwei Bilder. Dann ballern wir uns mit den Lieblingszitaten zu, und ab 01.08:00 rege ich mich über die doofe Modefotografie auf – im Vergleich zu Leiters Street Photography. Es gibt tolle Modefotografie und seine ist natürlich auch toll, aber sie kackt halt so ab im Vergleich zum Rest seines Werks.

01.22:00. Wir sprechen über ein Selbstporträt und grüßen Collinas Erben.

1.31:00. Flo erinnert daran, dass der Film In No Great Hurry. 13 Lessons in Life with Saul Leiter, aus dem wir dauernd zitieren, auch in Gänze gesehen werden kann: Mittwoch, 17. Juli, 19:00 Uhr und Sonntag, 15. September, 17:00 Uhr im Jüdischen Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz. Bitte anmelden.

01.33:00. Wir lösen die Weine auf: Wein 1 gefiel uns allen am besten.

Wein 1: Kuhlmann Platz Gewürztraminer Rosacker, Alsace AOP, Grand Cru, 2016, 13%, bei Hawesko für 20 Euro.

Wein 2: Weingut Kesselring Gewürztraminer trocken, Pfalz, 2018, 13%, bio und vegan, bei Wir Winzer für 8,50 Euro.

Wein 3: Domaine Dusenbach Gewürztraminer, Terroir Lieu-Dit Altenbourg, 2016, 13%, bei vinexus.de für 17 Euro.

Fehlfarben 20 – Am I What You’re Looking For? // Little Boy’s Luminous Legacies

Letztes Mal zwei Ausstellungen in Versalien, dieses Mal zwei mit englischen Titeln. Wir geben uns echt Mühe für sowas. (Nein, tun wir nicht.)

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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.01:10. Blindverkostung des ersten Weins. Wir trinken heute Rotweine aus Israel.

00.02:50. Die erste Ausstellung sind Fotografien, die im Amerikahaus München zu sehen sind. Endia Beal, Fotografin und Dozentin, inszeniert junge schwarze Frauen in ihrem Zuhause, aber vor einer Fototapete eines Büros (angeblich eine Aufnahme eines Büros, in dem sie selbst gearbeitet hat). Sie befragt die Frauen, die sich in selbstgewählten Outfits präsentieren, die sie als bürotauglich ansehen, zu ihrer Stellung im corporate America – was sie sich vorstellen oder wie sie es bereits erlebt haben. Am I What You’re Looking For?

Fazit der ersten Ausstellung: natürlich eine Anguckempfehlung. Läuft noch bis zum 2. Juni, der Eintritt ist frei. Wir erwähnen im Gespräch einen VICE-Artikel über das Projekt (2016, nicht 2013, wie ich anfangs rumplappere) sowie meine Rezension zu Ibram X. Kendis Stamped from the Beginning.

00.48:00. Der zweite Wein.

00.50:35. Die zweite Ausstellung: Little Boy’s Luminous Legacies läuft in der Lothringer 13 und beschäftigt sich, der Titel lässt es erahnen, mit dem Atomzeitalter.

Fazit: auch hier drei Daumen nach oben, wenn auch mit Einschränkungen – die Diskussion hat vieles besser gemacht als es nach dem ersten Anschaueindruck war. Die Ausstellung läuft noch bis zum 9. Juni und auch hier ist der Eintritt frei.

01.17:00. Der dritte Wein.

01.45:10. Wir lösen die Weine auf: Nummer 1 hat uns allen am besten geschmeckt, aber wir würden alle drei wieder kaufen.

Wein 1: Hommage 2016 von der Yaffo Winery, Cuvée aus Merlot und Syrah, 13,5%, koscher, für 24 Euro beim Partnerweingut Schaetzle. (Auf der isrealischen Website steht, dass der Wein zu 10% aus Merlot besteht, auf meiner Flasche stehen 40.)

Wein 2: Mount Hermon Red von der Golan Heights Winery, 2017, Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot und Malbec, 14%, koscher, für 11 Euro bei Karstadt.

Wein 3: Judean Hills von Tzora Wineyards, 2015, Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Syrah, Petit Verdot und Merlot, 13,5%, koscher, für 35 Euro bei Lobenbergs gute Weine.

Fehlfarben 19: LAND_SCOPE / BODYSCAN

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Wir besuchten zwei erstaunlich große Ausstellungen und wagten uns nebenbei erstmals an Orange Wines.

00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.01:30. Blindverkostung des ersten Weins.

00.03:55. Die erste Ausstellung LAND_SCOPE im Stadtmuseum München läuft noch bis zum 31. März und zeigt Fotos, die sich mit dem Thema Landschaft beschäftigen – was spannender ist als es sich vielleicht erst einmal anhört.

00.33:50. Der zweite Wein.

00.57:30. Fazit der ersten Ausstellung: drei Daumen nach oben.

00.59:20. Der dritte Wein.

01.04:30. Die zweite Ausstellung, BODYSCAN, läuft noch bis zum 2. März in der Eres-Stiftung. Ihr lautet „Anatomie in Kunst und Wissenschaft“ und genau das ist es dann auch.

01.38:50. Ein weiteres Fazit: Auch hier drei Daumen nach oben.

01.40:40. Wir lösen die Weine auf. Uns haben alle geschmeckt: Ganz klar vorne war der dritte Wein, dann der zweite, und selbst der letzte Platz ist keiner, weil auch der uns sehr gut gefallen hat.

Wein 1: Johannes Zillinger, Revolution – White Solera, ohne Jahrgang, Cuvée aus Chardonnay, Riesling und Scheurebe, 12,5%, für 12,90 Euro gekauft bei 225 Liter.

Wein 2: Eschenhof Holzer, Invader (2017), Müller-Thurgau, 12,5%, für 12,90 gekauft bei 8 Green Bottles.

Wein 3: Dario Princic, bianco trebez (2009), Cuvée aus Chardonnay, Sauvignon blanc und Pinot Grigio, 14%, für 29,90 gekauft bei orange-wines.com.

Fehlfarben 18: Weltempfänger – Georgiana Houghton, Hilma af Klint und Emma Kunz; Magnum Manifesto

Zwei Ausstellungen, drei Meinungen – und heute mal kein Bild, weil wir es schlicht vergessen haben.

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00.00:00. Begrüßung und Vorstellung.

00.01:40. Der erste Rotwein – wir trinken heute Lemberger.

00.04:00. Die erste Ausstellung: Weltempfänger – Georgiana Houghton, Hilma af Klint und Emma Kunz im Kunstbau des Lenbachhauses. Läuft noch bis zum 10. März 2019, und wir waren äußerst unterschiedlicher Meinung darüber. (Reingehen? Eher ja.)

00.34:45. Der zweite Wein.

00.52:45. Der dritte Wein.

00.55:45. Die zweite Ausstellung: Magnum Manifesto im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern, eine Retrospektive zu 70 Jahren Magnum. Läuft noch bis zum 27. Januar 2019, und auch hier waren wir uns überhaupt nicht einig. (Reingehen? Eher nein.)

01.21:40. Wir lösen die Weine auf und fanden die Nummer 2 trotz des schlimmen Namens alle klar am besten:

Wein 1: Weingut Eberbach-Schäfer, Lemberger trocken „Triathlon“, 2016, 13,5%, bei Rindchens Weinkontor für 8,90 Euro.

Wein 2: Felsengartenkellerei Besigheim, Fas(s)zination Lemberger QbA, o. J., 14%, beim Winzer für 15,95 Euro.

Wein 3: Weingut Wachtstetter, Pfaffenhofen Felix Lemberger QbA trocken, 2016, 13%, über wirwinzer.de für 10,30 Euro.

Fehlfarben – Ein Kulturpodcast aus München von Anke (@ankegroener), Felix und Florian (@munifornication).